Aktion: Wir helfen und nähen Behelfs-Mund-Nasen-Masken

Bei ambulanten Pflegediensten, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapeuten, Hebammen und in vielen Pflege- und Betreuungseinrichtungen werden Mundschutze knapp. Aufgrund von Lieferengpässen ist auch nicht mit einer schnellen Behebung des Mangels zu rechnen.

Hier möchten der Ev.-luth. Kirchenkreis Leine-Solling zusammen mit dem Amb. Hospizdienst Leine-Solling und den Kreislandfrauenverbänden Northeim und Einbeck helfend tätig werden. Gesucht werden Menschen, die bereit sind waschbare Behelfs-Mund-Nasen-Masken zu nähen. Auch Gummilitze- /Schlüpfergummi- und Stoffspenden sind herzlich willkommen, am liebsten gleich richtig zugeschnitten.

♦ Wer sich einbringen möchte, kann das Kontaktformular aufrufen, um sich zu registrieren. 

♦ Sie können das Formular auch nutzen, um ihren Bedarf an Behelfs-Mund-Nasen-Masken anzumelden.

⇒ Zum Formular

Als Materialien benötigt werden Nähmaschine, Bügeleisen und Schere sowie gewaschene atmungsdurchlässige Baumwollstoffe, die bei mind. 60°C waschbar sind (z.B. Geschirrtuch, Bettlaken, T-Shirt o.ä.)

Erste Landfrauen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes sind bereits am Nähen. Die ersten Exemplare sind auch schon fertiggestellt. Sie freuen sich über weitere Unterstützung.

 

Weitere Kontaktmöglichkeiten:
Amb. Hospizdienst Leine-Solling, Tel.: 05551 – 915 833
(bitte sprechen Sie auf den Anrufbeantworter, wenn das Büro nicht besetzt ist)
oder per Mail (klick)

 

Eine Anleitung kann hier heruntergeladen werden:

Neben Nähmaschine, Bügeleisen und Schere werden folgende Materialien benötigt:

Bild von Esther Merbt auf Pixabay

  • je zwei 17cm und 90 cm lange und 2 cm breite Stoffstreifen (kochfeste Baumwolle)
  • einen 15 cm langen dünnen und biegsamen Draht (z.B. Basteldraht, Pfeifenreiniger, Klemmdraht von Gefrierbeuteln)
  • 17 cm x 17 cm bzw. 17cm x 34 cm großes Stofftuch aus Atmung durchlässigem kochfesten Baumwollstoff (z.B. Geschirrtuch, Bettlaken, Stoffwindel, T-Shirt ohne Elasthan o.ä.)

Hinweis: Die Durchlässigkeit für Atmung prüft man, in dem man den Stoff doppelt nimmt, es sich dicht um Nase und Mund schließt und ein- und ausatmet. Wenn das Ein- und Ausatmen ohne größeren Atemwiderstand möglich ist, eignet sich das Material.

Fertig genähte Behelfs-Mund-Nasen-Masken sowie Gummilitze- /Schlüpfergummi- und Stoff-Spenden können Sie bei unseren Abgabestellen abgeben. Gern holen wir die Sachen auch direkt bei Ihnen ab.

 

Damit vor allem ältere Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftige geschützt werden, sollten Pflegekräfte und pflegende Angehörige einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser kann das Risiko der Übertragung des Coronavirus reduzieren, da er die Verteilung von Tröpfchen verhindert, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Da Mund-Nasen-Schutz derzeit kaum erhältlich ist und sehr einfach selbst eine Alternative hergestellt werden kann, stellten z.B. der Deutsche Hausärzteverband – Landesverband Niedersachsen e.V. und die Stadt Essen einfache Anleitungen zum Selbernähen von Behelfs-Mund-Nasen-Masken zur Verfügung. In ihnen wird die Herstellung schrittweise mithilfe von Bildern erklärt. In der Anleitung des deutschen Hausärzteverband – Landesverband Niedersachsen e.V. heißt es zur Erklärung „die Übertragung von Coronaviren erfolgt vor allem durch Tröpfchen, jederzeit und überall. Mit dem Tragen einer Behelfs-Mund-Nasen-Masken kann die Verteilung von Tröpfchen in der Umgebung und auf Kontaktpersonen verringert werden. … Für jeden Anwender sollten pro Tag mindestens zwei Masken eingeplant werden, die abends ausgekocht am nächsten Tag wiederverwendbar sind.“

  • Achtung: Die Behelfs-Mund-Nasen-Masken sind keine Medizinprodukte im Sinne des MPG und bieten keinen 100% sicheren Übertragungsschutz bei Tröpfcheninfektionen.

In wie weit helfen (selbstgenähte) Behelfs-Mund-Nasen-Masken gegen Corona?

Zu dieser Frage schreibt BAYERN 3 am 23.03.2020, dass es Hygiene-Experten nicht als erwiesen ansehen, dass Mund-Nasen-Masken (außerhalb des medizinischen oder pflegerischen Bereichs) eine verlässliche Schutzfunktion bieten. Es gibt dazu zwar eine ganze Reihe an Studien, die kommen aber alle zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zwei positive Effekte sind aber nicht von der Hand zu weisen:

  • Wer seine Umgebung nicht mit eigenen Viren belasten will, kann mit einer Mund-Nasen-Maske zumindest einen Teil seines Speichels abfangen. Tröpfchen bleiben in der Maske hängen, aber eben nur zu einem Teil.
  • Außerdem positiv: Wir fassen uns normalerweise bis zu 300 mal am Tag an die Nase und den Mund – und verteilen so Keime und Erreger von der Hand in den Mund. Gar nicht gut. Gerade für geschwächte Menschen kann so eine Mund-Nasen-Masken deshalb sinnvoll sein.

(Quelle: https://www.bayern3.de/atemschutz-mundschutz-corona-sicher-selbst-naehen )

Für gesunde Menschen dagegen sieht das Robert-Koch-Institut keinen Hinweis darauf, dass eine Mund-Nasen-Maske vor dem Corona-Virus schützt – und empfiehlt es daher auch nicht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kann das Tragen der Maske sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen, wodurch wichtige Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden – wie etwa das regelmäßige und gute Händewaschen, die Einhaltung der Husten- und Nies-Etikette sowie das Einhalten von 1–2 Metern Abstand zu anderen Personen. Grundsätzlich sollten soziale Kontakte auch im Interesse der eigenen Gesundheit weitestgehend eingeschränkt werden. (Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html#FAQId13545204 )