Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wer für Sie entscheidet, wenn Sie dazu wegen eines Unfalls, Alter oder Krankheit nicht mehr in der Lage sind? In einer Vorsorgevollmacht können Sie schon heute bestimmen, ob dies Ihr Ehepartner, Ihre Kinder, ein Freund oder ein Nachbar sein soll. Wenn Sie nichts schriftlich festgelegt haben, wird das Gericht einen Betreuer für Sie bestellen (möglicherweise einen für Sie fremden Menschen), der dann als Ihr gesetzlicher Vertreter handelt.

In einer Patientenverfügung sollten Sie u.a. festlegen, was Sie sich in Ihrer letzten Lebensphase wünschen. Denn Ärzte und Pflegende fühlen sich dem Leben verpflichtet, sind in ihrem Handeln aber an die Einwilligung des Patienten gebunden. Wer trifft diese Entscheidung für Sie, wenn Sie als Schwerkranker dies selbst nicht mehr tun kann? Wer bestimmt dann, ob eine Magensonde gelegt oder eine Intensivtherapie fortgesetzt wird? Für Ehepartner und Angehörige kann diese Situation ebenso bedrückend sein wie für Ärzte und Pflegepersonal, wenn diese mit dem Betroffenen selbst nicht mehr sprechen können und deshalb nicht sicher wissen, was er wirklich will. So ist das Thema „Patientenverfügung“ keine Frage des Alters, sondern betrifft alle, da derartige Situationen auch nach Unfällen und plötzlichen Erkrankungen auftreten können.

 

Zusätzlich treffen können Sie

Regelungen für den Todesfall – Bestattungsverfügung

Bei einem Trauerfall stehen die Angehörigen oft vor schwierigen Entscheidungen. An welchem Ort und in welcher Weise die Bestattung vorgenommen wird, richtet sich dabei zunächst nach dem Willen und den Wünschen des Verstorbenen, die noch zu Lebzeiten schriftlich (letztwillige Verfügung oder Vorsorgevertrag beim Bestatter) oder mündlich fixiert oder geäußert wurden. Dabei ist eine schriftliche und eindeutig formulierte Bestattungsverfügung für Hinterbliebene und genehmigende Behörden in stärkerem Maße bindend als mündliche Äußerungen. Es wird empfohlen, rechtzeitig eine möglichst handschriftliche Bestattungsverfügung zu verfassen und zu unterzeichnen. Sie sollte separat vom Testament an einem Ort aufbewahrt werden, an dem die Angehörigen sie nach dem Tod schnell finden können. Gesonderte Ausfertigungen z.B. können dem zu beauftragenden Bestattungsunternehmen übermittelt werden.

Wenn möglich sollten Angehörige bei der Festlegung der Bestattungswünsche mit einbezogen werden, denn sie sind diejenigen, die später ihre Trauer bewältigen müssen und sich vielleicht eine Grabstätte wünschen, die sie besuchen können – oder auch nicht.

Liegt keine Willensäußerung vor, bestimmen die Angehörigen den Bestattungsort und die Art der Bestattung, wobei der mutmaßliche Wille des Verstorbenen zu wahren ist. Dabei geht der Wille des Ehegatten dem der Verwandten, insbesondere auch dem der Eltern und Geschwister vor, der Wille der Kinder und ihrer Ehegatten dem der übrigen Verwandten, der Wille näherer Verwandter dem der entfernteren Verwandten oder des Verlobten (Lebensgefährten). Beim Tod einer völlig allein stehenden Verstorbenen oder, wenn Angehörige nicht direkt zu ermitteln sind, wird die Bestattung durch die Gemeinde veranlasst.

Es sollten Regelungen u.a. zu folgenden Bereichen getroffen werden:

  • Bestattungsart und -ort

Hinsichtlich der Beisetzungsart wird zwischen der Erdbestattung (der Leichnam wird in der Erde beigesetzt) und der Feuerbestattung unterschieden. Bei der Feuerbestattung wird der Leichnam in einem Krematorium eingeäschert und die Totenasche kann danach auf verschiedene Arten beigesetzt werden.

Um eine Kremation (Einäscherung des Leichnams) in Deutschland durchführen zu können, ist es notwendig, dass dies im Einklang mit dem Willen des Verstorbenen steht. Falls keine diesbezügliche Verfügung des Verstorbenen existiert, genügt die Bestätigung der Angehörigen, dass dies dem Willen des Verstorbenen war. Um jedoch Zweifeln vorzubeugen, empfiehlt es sich den Wunsch schriftlich festzuhalten.

Bei der Wahl des Friedhofs ist zu beachten, dass ein Anspruch auf Beisetzung nur auf Friedhöfen der Heimatgemeinde, also der Stadt oder Gemeinde besteht, in der man zuletzt als Bürger gemeldet war. Wenn Sie die Beisetzung auf einem Friedhof in einer anderen Stadt wünschen, sollten Sie sich vorher bei der dortigen Friedhofsverwaltung erkundigen, ob dies möglich ist.

  • Zeitungsanzeigen, Trauerkarten
  • Bestattungsfeier – Teilnehmer, Bestandteile (Blumenschmuck, Ansprache, Musik)
  • Grabmal
  • ggfs. finanzielle Absicherung der gewünschten Bestattung (z.B. durch Vorsorge-Vertrag, Versicherung)
  • Durchführung der Bestattung durch ….

Zusätzlich sollten Sie Regelungen für Ihr Vermächtnis in Form eines Testamentes treffen.