Ehrenamtliche Mitarbeit

Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiter/innen

Der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling bietet regelmäßig Ausbildungskurse für ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Der Kurs richtet sich an Menschen im Raum Einbeck, Northeim, Uslar und Umgebung, die lernen wollen, Sterbenskranke und ihre Angehörigen zu begleiten sowie den Hospizgedanken in Gemeinde und Gesellschaft zu tragen.

Schwerkranke Menschen zu begleiten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und erfordert eine entsprechende Vorbereitung und ständige Reflexion um die erforderlichen Grundhaltungen zu gewährleisten. Nur so kann sichergestellt werden, dass das ehrenamtliche Engagement eine spürbare Hilfe und Entlastung für Sterbende und ihre Angehörigen ist.

Die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter/innen sollen in ihrer Rolle wachsen und sich entfalten können, aber auch ihre eigenen Grenzen und die der Begleitung kennen und respektieren lernen. Um dies sicherzustellen, haben wir ein eigenes Schulungskonzept mit Anleihen aus bereits vorhandenen Konzepten entwickelt (entsprechend den Qualitätsanforderungen des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (100 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten) sowie der Hospiz-Rahmenvereinbarung nach § 39a SGB V ). Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt nach vorbereitenden persönlichen Gesprächen.

  • Interessierte können sich schon jetzt vormerken lassen im Büro des Ambulanten Hospizdienstes in Northeim unter 05551-915833. Dort erhalten sie auch weitere Informationen und die Termine des nächsten Vorbereitungskurses sowie einen Fragebogen für die Anmeldung .
  • Der Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter/innen findet in der Regel einmal jährlich statt. Der Kurs umfasst 3 Wochenenden und mehrere Abende.

Von Teilnehmer/innen, die im Anschluss nicht beim Ambulanten Hospizdienst Leine-Solling mitarbeiten möchten, wird eine Kursgebühr von 200,- € erhoben.

Die Begleitung von Menschen erfordert neben der Bereitschaft für diesen Dienst auch entsprechende Haltungen und Sensibilität. Ein Auswahlverfahren ist daher unerlässlich. Neben dem Ausfüllen eines schriftlichen Fragebogens und der Teilnahme an einem Informationsabend gehören u.a. folgende Aspekte und Fähigkeiten zu den Auswahlkriterien:

  • Motivation für diese Tätigkeit; Zustimmung des familiären Umfeldes.
  • Verbindlichkeit der Kurstermine
  • Bereitschaft zu ehrenamtlicher Mitarbeit im Anschluss an den Kurs.
  • Persönliche Einstellungen bzw. Vorerfahrungen mit Krankheit / Sterben / Tod / Trauer und deren Verarbeitung.
  • Tolerante religiöse Einstellung und Weltanschauung. (Zugehörigkeit zu einer Sekte ist ein Ausschließungsgrund!)
  • Sensibilität; Einfühlungsvermögen; sich zurücknehmen zu können; Fähigkeit zur Abgrenzung; kommunikative Fähigkeiten; Teamfähigkeit; gute Wahrnehmungsfähigkeit; Verschwiegenheit.
  • Bereitschaft, sich für andere Menschen in einer besonders schwierigen Lebensphase aktiv und zuverlässig zu engagieren und aus eigener Erfahrung, sowie der Erfahrung anderer zu lernen.
  • Behutsamkeit, Takt und Bereitschaft sich in der Gesprächsführung weiter zu vertiefen.
  • Der Kurs ist nicht geeignet für Menschen in einer akuten Trauersituation und bei schwerwiegenden körperlichen und psychischen Belastungen.

Das wichtigste Instrument in der Begleitung von Schwerkranken und deren Angehörigen sind die Begleiter/innen selbst. Daher zieht sich die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und das Lernen aus eigenen Erfahrungen, sowie das Thema Kommunikation wie ein roter Faden durch den gesamten Kurs. Selbsterfahrung ist wiederkehrender Bestandteil aller Einheiten. Die Themen des Kurses lassen sich in folgende Bereiche einteilen:

  • Bewusste und ehrliche Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen von Verlust, Sterben, Tod, Trauer als unverzichtbare Voraussetzung für einfühlsames Begleiten sowie Ermutigung zum offenen Umgang mit eigenen Ängsten, Hoffnungen und Vorstellungen und persönlichen Stärken und Schwächen. Entdecken der eigenen Ressourcen.
  • Grundlagen der personzentrierten Gesprächsführung nach Rogers. Sensibilität für die verschiedenen Ebenen der verbalen und nonverbalen Kommunikation. Schärfung der persönlichen Wahrnehmungsfähigkeit für eigene Bedürfnisse und Grenzen im Kontakt und jenen anderer Menschen. Praxisorientierte Reflexion des persönlichen Gesprächsverhaltens.
  • Auseinandersetzung mit der Helferrolle. Balance von Nähe und Distanz.
  • Informationen zur Hospizbewegung, zu Prozessen bei Kranken, Sterbenden und Angehörigen sowie über Schmerz, Angst und Trauer. Auseinandersetzung mit ethischen und juristischen Aspekten der Begleitung.
  • Kennen lernen des spirituellen und seelsorgerischen Bereichs. Begleitende Riten und Rituale der großen Religionen im Sterben und im Tod; Beistand in der Krankheit und Sterbestunde; Trauerrituale und Trauerbegleitung.

Am Ende des Kurses treffen die Teilnehmer/innen und die Hospizleitung in einem abschließenden Gespräch eine Entscheidung über die weitere Mitarbeit im Ambulanten Hospizdienst Leine-Solling. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten werden dann in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.

Mit Abschluss des Kurses ist der Lernprozess nicht zu Ende. Zur Qualitätssicherung und Psychohygiene der ehrenamtlichen Hospiz-Begleiter/innen gehören fortlaufende Weiterbildung und Reflexion.

 

Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen des Amb. Hospizdienstes Leine-Solling

Ihr Alter liegt zwischen 20 und 75 Jahren. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen (z.B. Pflegebereich, Verwaltung). Zu einem Großteil sind sie berufstätig und/oder engagieren sich auch in anderen Bereichen (z.B. Kirchenvorstand). So sind nicht alle jederzeit einsetzbar. Es melden sich immer wieder einzelne für einige Zeit von der aktiven Mitarbeit ab, weil sie z.B. gerade eine Umschulung machen, familiär stark eingebunden sind, gesundheitliche Probleme haben oder nach intensiver Begleitung eine Pause brauchen.

Die Ehrenamtlichen treffen sich in ihren Gruppen monatlich zum Erfahrungsaustausch und zur Fallsbesprechung mit Supervision. Zeitweise wird auch Supervision mit externen Supervisoren angeboten. Sie können sich jederzeit an die Sozialarbeiterin wenden, wenn sie Fragen oder Beratungsbedarf haben. Zusätzlich werden Fortbildungen (wie z.B. Aroma-Therapie, Betreuungsrecht) und Besuche im stationären Hospiz in Göttingen sowie im Museum für Sepulkralkultur in Kassel angeboten.

Gerade die ambulante Hospizarbeit ist ohne den Einsatz und das Engagement der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter/innen nicht denkbar. Die ambulante Hospizarbeit ist aber auch ohne den Einsatz und das Engagement qualifizierter hauptamtlicher Mitarbeiter/innen nicht denkbar. Der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling trägt dem in seinem Leitbild Rechnung und findet seine Überlegungen in dem Arbeitspapier des Diakonischen Werkes der EKD zur Entwicklung von „Leitlinien zum Ehrenamt und freiwilligen sozialen Engagement“ bestätigt:

  • Die Freiwilligen stehen im Mittelpunkt. Ehrenamtliches Engagement wurde lange für selbstverständlich gehalten. Die Situation und Motivation der Engagierten fand wenig Aufmerksamkeit. Heute jedoch gilt: Nicht mehr das Ehrenamt, sondern der Mensch, der sich für das Ehrenamt interessiert, steht im Vordergrund. Ihm wird die Möglichkeit geboten, neue Erfahrungen machen zu können, und andere – in Beruf und Familie oft weniger gefragte – Kenntnisse und Fertigkeiten einzubringen.
  • Die Leitungsebene trägt Verantwortung für das Ehrenamt.
  • Der Einsatz von Freiwilligen kostet Geld für die Gewinnung, Begleitung und Qualifizierung sowie die Erstattung von Auslagen der Freiwilligen.
  • Ehrenamtliches Engagement hat eine eigene Qualität. Freiwillige treten als Aktive mit besonderen Fähigkeiten, Neugier und Offenheit auf. Für die Hospizarbeit bedeutet dies, dass die Sterbebegleitungen auch zwischenmenschliche Begegnung bleiben und nicht nur professionelle Leistung sind.
  • Freiwillige müssen gewonnen werden und brauchen Anerkennung für ihre Tätigkeit.
  • Das Ehrenamt erfordert Begleitung und Qualifizierung. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen wird eine qualifizierende Aus- und Weiterbildung angeboten, in der die nötigen Grund- und Vorkenntnisse erworben werden und die gleichzeitig die Möglichkeit bietet, den Entschluss, in der Begleitung Sterbender tätig zu werden, immer wieder zu überprüfen.

(Quelle: Arbeitspapier des Diakonischen Werkes der EKD zur Entwicklung von „Leitlinien zum Ehrenamt und freiwilligen sozialem Engagement“. Entwurf vom 15.11.1999)

 

… als Haupt- und Ehrenamtliche miteinander

Wir begreifen uns als Team, das gemeinsam im Sinne der Hospizbewegung arbeitet. Wir unterstützen einander in unserer Arbeit. Durch gegenseitige Information schaffen wir Vertrauen und Transparenz. Konflikte und Kritik nutzen wir als Chance, um unsere Arbeit zu verbessern und tragen sie in gegenseitigem Respekt aus.

Als Ambulanter Hospizdienst Leine-Solling schaffen wir den Rahmen, in dem ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuellen Begabungen und Fähigkeiten entfalten und weiterentwickeln können. Durch Aus-, Fort- und Weiterbildung fördern wir Eigeninitiative und fachliche Kompetenz.